"Ferien"
mit einer läufigen Hündin
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Nun ja - also Saas-Fee ist tätsächlich
lebenswert - wobei sich mit einer läufigen Hündin
schon einige Probleme ergeben.
Zumal Kaijra ja gerade in dieser Zeit ihre hitzigen Tage hatte.
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Zuerst hatten wir so gut wie keinen Schnee - und das bischen Schnee
war zugedeckt mit einer Schicht Tannennadeln - es gab richtige Nadelteppiche.
Natürlich musste sich das "Monster" darin wälzen
- dies führte dazu, dass sie den ganzen Tag aussah wie ein
Kaktus.
Nach dem ersten Spaziergang war es schon soweit: das ganze Chalet
(inkl. Bett, Küche und Badezimmer) waren mit diesen Nadeln
übersäht.
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Das war grundsätzlich nicht so schlimm
- wenn da nicht diese diversen Rüden gewesen wären.
Anscheinend haben alle Hundebesitzer in Saas-Fee das Gefühl,
dass eine Leine für ihren spazierenden Rüden nicht das Richtige
sei.
Wir mussten einige Male Marcel anrufen (erneut Handy sei Dank !) er
müsse uns retten kommen.
Aber einen Spaziergang den vergesse ich wohl nie wieder. |
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Wir hatten endlich eine "vermeindlich"
ruhige Wiese gefunden um unserem "Kong-Werf-Hobby" zu frönen.
Gerade als ich zum wiederholten Mal werfen wollte sah ich unweit -
auf einer Hügelkuppe - einen Hund stehen - uuuups !
Ich habe Kaijra angeleint und dachte nichts wie weg - ging schlecht
- weil hinter uns stand, wie aus dem Nichts, ebenfalls ein Hund. Auf
Abstand ist es leider schwer zu erkennen ob es sich um eine Weibchen
oder einen Rüden handelt es stellte sich heraus,dass es zwei
von der letzteren Sorte waren. Kaijra hat nicht verstanden warum ich
so unfreundlich war mit den netten Jungs !? |
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Ich habe alles versucht: Wurfketten,
Schneebälle und Beschimpfungen ohne Ende....
Einer der Beiden gab nach einer Weile auf - dafür war der andere
Kandidat um so hartnäckiger.
Der Rüde (siehe Foto) war ganz weiss und eigentlich richtig herzig
- eigentlich....
Als ich einen Passanten - wie es mir schien ein Einheimischer - fragte,
ob er wisse wohin der Hund gehörte antwortete er, ja er kenne
den Hund, aber sein Frauchen sei gerade ins Dorf gegangen und das
dauere in der Regel zwei bis drei Stunden.
Okay - zwei bis drei Stunden - das hiess für uns im Hasenlauf
nach Hause. Ah Du kennst den Hasenlauf nicht !?
Man nehme eine läufige Hündin - gehe trotz der Verfolgung
durch einen Rüden normal weiter - schlage einen Hacken in den
nächsten Hauseingang - öffnet von innen die Haustüre
und schimpft hinaus.
Somit gewinnt man ca. drei bis vier Meter !
Man nimmt die Hündin - geht unter stettigem Schimpfen weiter
- so bald sich der Rüde wieder nähert, schlägt man
den nächsten Hacken und verschwindet im nahegelegenen Hauseingang
- öffnet von innen die Haustüre und schimpft hinaus.
Nach erneut gewonnen Metern läuft man weiter - Hauseingang -
schimpfen - wieder raus - weiter - Hauseingang - schimpfen....
Weisst Du was ich meine ?
Auf jeden Fall verfolgte uns Kessie (so heisst der eigentlich "nette"
gutaussehende Junge) bis zu unserem Chalet !
Eigentlich dachte ich, wir hätten ihn abgehängt. Als Marcel
vom Einkaufen zurück kam, habe ich ihn gefragt, ob er draussen
einen weissen Hund gesehen hätte. Er verneinte und wollte die
ganze Geschichte wissen. Während meinen Erzählungen meldete
sich plötzlich Kessie mit einem fordernden "Wuff" vor
der Türe - er hatte uns also gefunden.
Marcel sah nach draussen und war ganz entzückt: Was das jetzt
für ein hübscher Verehrer sei ! Und so "bewundernswert"
hartnäckig !
Und so arm - weil er vor der Tür bei der Kälte sicher friere
! Und überhaupt . . .
Er wollte dem "armen" Kessie durch das Fenster noch etwas
Schinken geben.
Kessie wollte keinen Schinken, er wollte unbedingt . . . ! Vor lauter
"Aufregung" zitterten seine Lefzen.
Um die Situation zu entschärfen, bzw. zu ertränken übergoss
ich Kessie mit mehreren Bechern Wasser - ohne Erfolg natürlich
! Er zuckte nicht einmal mit den Augen oder den Ohren - es war im
einfach egal - Hauptsache . . . früher oder später !!!
Ich ging nach draussen und schaute nach, ob der Hund eine Hundemarke
hatte - noch besser - er hatte sogar eine Marke auf dem sein Name
und die Telefonnummer seiner Besitzerin, Frau Andenmatten, stand.
Am Telefon erklärte ich Frau Andenmatten wo sich ihr Hundeli
gerade herumtrieb und ob sie ihn bitte abholen würde, weil ich
mit Kaijra sonst nicht mehr vor die Türe gehen könne !?
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Nach ca. einer Stunde holte
sie ihren liebestollen Vierbeiner dann nach Hause.
Ich betrachtete die Episode als erledigt, zumal wir ihn während
dem Abendspaziergang nicht mehr sahen.
Aber oha - am nächsten Morgen - gegen 05.30 Uhr - wurden wir
durch ein eindringliches "UUUUUUUUUH" geweckt.
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Wer war's ? Natürlich - Kessie !
"Hocherfreut" über den erneuten, netten Besuch ging
ich nach draussen und habe ganz furchtbar gewettert - so furchtbar,
dass Kessie nach ca. einer halben Stunde "den Schwanz einzog"
und mit Liebeskummer davon trottete !
So - geschafft - dass hätten wir - der hatte sicher genug vom
. . . !
Vonwegen - nach unserem Spaziergang - wer steht vor unserem Chalet
?
Richtig - der aufmerksame, charmante Kessie !
Ich dachte mich knutscht ein Elch - ich habe Kaijra hochgehoben
und sie vorbei getragen.....
so einfach war es zwar nicht, aber wir konnten die Haustüre
hinter uns schliessen.
Als ich Marcel informierte, hatte er Verständnis für den
"armen Kerl", der sich sicher die Haxen abfrieren würde,
da es über Nacht einen halben Meter Neuschnee gegeben hatte.
Mein Mann ! Er erklärte mir, wie "schädlich"
es für ein männliches Wesen sei, wenn er nicht könne
wie er wolle !?
Also habe ich wieder Frau Andenmatten angerufen - diesmal kam sie
schneller und klopfte an der Chalettür, weil sie noch schnell
das Objekt von Kessies unermüdlicher Begierde sehen wollte
!
Sie war ganz entzückt und meinte sie könne ihren Hund
gut verstehen !? Sie war der Meinung, dass es ausgesprochen herzige
Welpen "geben" würde und sagte, bevor sie ging, ob
ich es mir nicht nochmal überlegen wolle !!!
Überlegen ??? Was gab's da zu überlegen - natürlich
nichts !
Ich wollte mit Kaijra nur noch nach Hause . . .
Also packten wir unsere Sachen - es war sowieso der Abreisetag !
Marcel wurde mit dem Elektro-Taxi und dem Gepäck in die Tiefgarage
gefahren - Kaijra und ich gingen zu Fuss...
......Kessie rannte auch zu Fuss !
Er rannte sogar unserem Wagen noch einige Meter hinterher !!!
So weit - so gut ! Wir waren auf dem Heimweg - wenigstens bis kurz
vor Thun !
Dann hatte unser Jeep keine Lust mehr - er meinte mit seinen knapp
zweieinhalb Jahren müsse er auf der Autobahn zu Tode sterben
- Motorenschaden !
Mit einem Ersatzwagen - nach langem Warten auf den TCS, abschleppen
etc. - waren wir dann in "nur" neun Stunden zu Hause.....
Ich war fix und fertig - so richtig schön ferienreif !!!
Mittlerweile habe ich mich wieder erholt - nur Kaijra - die träumt
oft und jammert dann manchmal im Schlaf ein bischen vor sich hin
!?
Vielleicht hätte ihr Kessie doch ganz gut gefallen ???
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